Zuhause bleibt alles … anders.

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Da ist noch nicht einmal die Kliniktasche ausgepackt, hat meine Frau schon was auf den Mittagstisch gezaubert. Was Neues. Was Gesundes. Was Leichtes. Was … ist das? „Gefüllte Zucchini mit Linsen!“, war die stolze Antwort. Ok.

„Gibt es dann aber eh Marillenpalatschinken, Mama?“ Können meine Kinder jetzt tatsächlich Gedanken lesen? Schließlich habe ich mich so auf das leckere Essen daheim gefreut. So wie es eben immer war. Auf Reha habe ich ja nun wirklich lange genug gesund gelebt. Aber Gottseidank ist heute Dienstag. Dienstag, Kegelabend und Leberkäse – das gehört fix zusammen.

„Papa, kannst du mir bei den Matheaufgaben helfen?“, ich grinse meinen Sohn verschwörerisch an. „Du weißt, nur gegen eine Belohnung aus deiner Naschlade!“ Aber Mama hat gesagt, dass -.“

„Ääh, könntest du mir kurz Tomatensamen aus der Gärtnerei holen? Ich hab extra dein Fahrrad herrichten lassen. Ist quasi wie neu!“, übertönt meine Frau ihn mit einer schlecht versteckten Trainingsmotivation an mich. Was soll das? Ist sie jetzt mein Ernährungs- und Bewegungscoach? Sicher nicht. „Mit dem Auto bin ich doch viel schneller wieder da!“, antworte ich stur. Als ich mir Autoschlüssel und Handy schnappe, entdecke ich eine SMS auf dem Display: „Arbeitsdienst Vereinsheim, Treffpunkt heute 17 Uhr. Für Vitamine ist in Form von Gerstensaft ausreichend gesorgt! Lg“. Na, bitte, das hört sich doch gut an!

Gerade will ich die Schuhe anziehen, da läutet es an der Tür. „Ein Paket für Sie!“, streckt mir der Postbote einen Karton von ‚Sport Aktiv’ entgegen. Ach ja, die Laufschuhe. Die hatte ich von der Klinik aus bestellt. Mit der festen Absicht, ab nun gesünder zu leben. Ich packe die blitzblauen, federleichten Laufschuhe aus und öffne die Tür des Schuhschranks. Das Heimprogramm des Klinikums liegt unangetastet darauf.

Es fühlt sich plötzlich so an, als würde ich nicht die Schuhe, sondern mein Gewissen in den Schrank sperren wollen. Mich also selbst belügen. Ich starre auf die Schuhe und sie starren zurück. Wenn sich wer um meine Gesundheit kümmern muss, dann bin das wohl ich selbst!

„Burschen, ich kann leider nicht, viel Spaß!“, tippe ich in mein Handy und ziehe meine blauen Freunde an. Ein echt gutes Gefühl!

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